WM Speedsurfen Production Board, Dungarvan, Irland 2008

Die deutschen Vertreter in einem international  stark besetzten Teilnehmerfeld sind Christian Bornemann, Dortmund, (Neil Pryde, Thommen, Carbon Art), Torsten Mallon, Hamburg, (North Sails, F2)  und Dieter Gerichhausen, Hamburg, (North Sails, Fanatic).

Nach einer 2-tägigen Anreise mit Pkw plus vollbeladenem Anhänger und Fähre erreichten die 3 deutschen Speedsurfer endlich Dungarvan an der irischen Riviera.

Entsprechend der Wettervorhersage fanden sie Minusgrade und Raureif am Speedstrip vor. Der Wind schwächelte zwischen 0 und 2 Beaufort. Bei herrlichem Wintersportwetter wurde am ersten Regattatag das Material für den Wettkampf aufgebaut und vorbereitet. Um 15:00 Uhr war der erste Wettkampftag beendet, da mit Wind nicht mehr zu rechnen war.

Die Eröffnungsparty in einem typisch irischen Pub mit einem reichhaltigen Buffet hatte ein erstes Highlight mit dem Auftritt der zwei besten (und auch attraktivsten) irischen Folk-Tänzerinnen. Anschließend klang der Abend bei original irischer Live-Musik und Guinness erst am frühen Morgen aus.

Am zweiten Regattatag gingen die ersten Teilnehmer bei leicht auffrischenden Winden zu Testläufen aufs Wasser.
Windrichtung und Stärke ließen jedoch keinen Wettkampf zu. Alternativ wurde gegolft, im hoteleigenen Gym trainiert oder im 20 m-Pool, in der Sauna und im Whirlpool entspannt.

Die aktuelle Wettervorhersage verspricht zunehmenden Wind aus westlichen Richtungen und steigende Temperaturen.
Der Speedstrip ist ca. zwei Kilometer lang und sieht sehr viel versprechend aus.

3. Regattatag (Montag)
Herrlicher Sonnenschein bei  + 6 Grad und ca. 3 Bft.  boten ideale Bedingungen zum Feintuning  des Materials. Ab Mittwoch sind starke WSW-Winde bei steigenden Temperaturen vorhergesagt. Die Stimmung unter den Fahrern ist bestens, alle fiebern dem ersten Rennen entgegen. Für morgen ist noch einmal Material-Tuning und Regeneration angesagt, bevor es dann ernst wird. Alternativ ist für morgen nachmittag „Paintball“ geplant und abends steigt eine Party mit irischer Live Musik im angesagtesten Club der Stadt.

4. Tag
Wie vorausgesagt, sind die Temperaturen deutlich gestiegen, aber bei bewölktem Himmel , leichtem Nieselregen und  max. 7 Knoten Wind aus Nordwest war ein Rennen nicht möglich.
Zeit für die Teilnehmer,  umfangreiche Aktivitäten zu entwickeln.  Schwimmen , Fitness und Sightseeing in Cork, der zweitgrößten Stadt Irlands,  waren nur einige der Möglichkeiten. Im Fahrerlager wurden Informationen ausgetauscht und letzte Vorbereitungen für die Rennen getroffen. So konnte bei Björn Dunkerbeck die aktuelle Starboard-Kollektion begutachtet werden.  Auch die 2009`er Simmer-Segel lagen bereit.

Für die Fahrer werden in den beheizten Containern Kaffee, Tee, heiße Suppen  und Sandwiches zur Stärkung gratis bereit gehalten.
Der Speedstrip blieb bei leichten Winden ungenutzt. Er verspricht durch seine besonders günstige Lage großes Potential. Das Materiallager liegt auf einer eingezäunten und bewachten Wiese nur 100 Meter vom Wasser entfernt.  Weitere 100 Meter entfernt beginnt bereits der Startbereich des 500 m langen Speedkurses. Bei Niedrigwasser liegt die 2 km lange gerade verlaufende Sandbank frei und  bietet ideale Bedingungen, auch für die nautische Meile.  Die optimale Windrichtung ist Südwest. Die angesagten Winde aus West bringen voraussichtlich einen Raumschotkurs von ca. 140 Grad.

5. Tag The day before …
Jetzt gibt es keinen Zweifel mehr, der angekündigte Starkwind aus westlichen Richtungen wird heute abend in Dungarvan eintreffen und morgen und Freitag  interessante Wettkämpfe ermöglichen. Ein Sturmtief mit Zentrum westlich von Nordirland wird uns morgen erreichen. Da der „ normale „  Speedkurs bei der vorausgesagten Windrichtung nicht fahrbar ist, wurde ein alternativer Kurs von der Regattaleitung ausgelegt. Dieser ist jedoch nur bei Hochwasser fahrbar.  Das Skippersmeeting ist deshalb für morgen früh bereits um 07:30 Uhr anberaumt . Der Start ist für 08:30 Uhr geplant. Aufgrund der frühen Startzeit musste heute bereits alles Equipment für den Wettkampf vorbereitet und aufgebaut werden. Die Temperaturen sollen auf warme +9 Grad steigen.
Alle Teilnehmer sind bis in die Haarspitzen motiviert und können den Beginn der Wettkämpfe kaum erwarten.

6. Tag The day after —  no wind
In der Nacht kam der angesagte Wind, so dass sogar das Red Bull Zelt umgeweht wurde. Dabei wurde auch  das Speed-Board von Anders Bringdal beschädigt. Damit hatte er erst kürzlich die Speedweek in Weymouth mit neuem Hafenrekord gewonnen.
Beim  Skippermeeting  um 7:30 Uhr war es noch schumrig, da Sonnenaufgang erst um 8:20 Uhr war. Das angesagte Tief war in der Nacht durchgezogen und am Morgen blies es nur noch mit 2-3 Windstärken. Damit war ein Start nicht möglich und wurde verschoben. Der Wind legte gegen 13:00 Uhr etwas zu, so dass einige Teilnehmer mit großen Segeln zum Training auf das Wasser gingen.
Der Wind hielt sich aber nicht lange, und alle mussten wieder zum Strand zurück. Aber das kurze Training reichte aus, um die tatsächliche Klasse des Speedstrips zu zeigen. Durch die gleichmäßig gerade verlaufende Sandbank ohne Untiefen ist es möglich, den Kurs mit nur 2 m Abstand zur Sandbank zu surfen, da das Wasser immer mind. Knietiefe hat. Dadurch hat man absolut glattes
Wasser auf dem Kurs, was sehr hohe Geschwindigkeiten ermöglicht. Voraussetzung ist aber Niedrigwasser und starker Wind aus SW bis W.
Das deutsche Team wurde heute noch durch Christian Benzing , Stuttgart, (North Sails) verstärkt, der in letzter Minute aufgrund der positiven Wettervorhersage angereist war.
Das Skippermeeting für morgen ist auf 8:00 Uhr festgesetzt, in der Hoffnung, dass der angesagte Wind uns morgen erhalten bleibt.

7. Tag Endlich Wind, aber aus der falschen Richtung.
Der lang ersehnte Wind kam. Das Skippersmeeting wurde erneut als „Early-morning“ –Meeting angesetzt, um keine Gelegenheit zu  versäumen.  Nachts hatte der Wind erneut mit über 35 Knoten geblasen.
Es war jedoch nicht möglich, ein Rennen  auf dem Speedkurs zu starten, da der Wind mit ca. 20 bis  25 kn aus nördlichen Richtungen kam. Der TOP-Speedkurs funktioniert  aber nur  bei  SW bis W, bzw. onshore bei  NO bis O. So  wurde von der Regattaleitung ein Ausweichkurs gelegt, der bei Hochwasser befahrbar ist. Der starke Wind hatte aber schon während der Nacht das Wasser auf die offene See gedrückt. Dadurch reichte die Flut nicht aus, für eine ausreichende Wasserhöhe auf dem gesamten Kurs zu sorgen. Ein Rennen konnte dementsprechend  von der Regattaleitung nicht gestartet werden.
Das Rennen wurde bis zum Nachmittag  verschoben, in der Hoffnung, dass der Wind dreht und der TOP-Speedkurs an der Sandbank fahrbar ist. Leider tat der Wind den Teilnehmern diesen Gefallen nicht und blies in gleicher Stärke bis zum Nachmittag. So blieb ihnen nur die Möglichkeit, den Wind für ein Training zu nutzen.
Alle Hoffnung liegt jetzt auf dem Samstag, welcher als Ersatztag gilt. Leider sind die Windvorhersagen nicht sehr gut.
By the way, die Einheimischen verstehen die Welt nicht mehr. Diese Regattawoche ist die kälteste Woche seit Aufzeichnung  der Wetterereignisse in Irland.  Durch den Golfstrom sind an der Küste ansonsten deutlich höhere Wasser- und Lufttemperaturen vorherrschend. Ebenso selten sind die in dieser Woche beständig wehenden Nordwinde.

8. Tag The last day  –   good bye aus Dungarvan
Der Ersatztag brachte , wie auch schon vorhergesagt, leider nicht die ersehnten Wetterbedingungen, um noch ein offizielles Rennen zu starten. Beim Skippermeeting um 12:00 Uhr herrschte Windstille bei strahlend  blauem Himmel. So entschloss sich die Regattaleitung, die WM im Speedsurfen Production Board in Dungarvan/Irland 2008 als beendet zu erklären.
Damit gibt es 2008 keinen neuen Serienboard Speed Weltmeister.
Die Regatta war mit viel Einsatz und Begeisterung von den örtlichen Veranstaltern  sehr gut organisiert. Der Speedstrip ist bei entsprechenden Wetterbedingungen Weltklasse und verspricht sehr hohe Geschwindigkeiten.
Durch nächtliche Regengüsse war der Boden im Fahrerlager völlig aufgeweicht und  unser voll beladener  Material-Anhänger bis zur Achse versunken.  Mit gewöhnlichen Fahrzeugen war nichts mehr zu machen . Es musste daher ein geländegängiger, allradbetriebener Dodge mit 8 Zylindern und mehr als 400 PS eingesetzt werden,  um unserem Anhänger „Flügel zu verleihen“.
Nach Ende der Regatta wurde die endgültige Weltrangliste im Speedsurfen 2008 veröffentlicht:

Aufgrund der Datenschutzänderungen können die Rang- und Starterlisten z.Z. nicht veröffentlicht werden.

Die Regattaplanung für das Jahr 2009 sieht neben zahlreichen nationalen Speedregatten wie der Deutschen Meisterschaft auch drei internationale Rennen in Mauritius, auf Karpathos und Gran Canaria vor.
Die Weltrangliste 2009 ergibt sich als laufende Rangliste aus der Gesamtsumme aller Punkte eines jeden Teilnehmers, welche er bei  max. 5 bestrittenen Regatten erzielt hat. Er kann zwar an mehr als 5 Rennen teilnehmen, es  werden aber nur die besten 5 Ergebnisse in die endgültige Weltrangliste einfließen. Wir bedanken uns bei allen Sponsoren der Saison 2008 und wünschen allen Lesern ein frohes Weihnachsfest und ein erfolgreiches Neues Jahr 2009.