Speed DM 2008 Dranske – Rügen

Finale der Deutschen Speedmeisterschaft (ISWC) 6.-14.September 2008 Insel Rügen – Dranske

In diesem Jahr wurde der Titel in Form einer Serie ausgetragen und nicht als Einzelevent wie noch in 2007. Nach zehn Wochen „Stand-By“ Regatta im Frühjahr mit nur zwei Rennen auf einem 250 Meter Kurs war die Meisterschaft noch sehr offen vor diesem Finale in Dranske auf Rügen.
Die ersten Tage waren durch Leichtwind und schönes Spätsommerwetter geprägt. Zeit, ein wenig herumzucruisen mit Formula Stuff, das Equipment zum Speeden vorzubereiten oder einfach zum Landschaft und Ruhe zu genießen. Die lokalen Organisatoren des Windsurf Club Rügen ließen keine „Flauten-Langeweile“ aufkommen und luden zum Aktiverlebnis in den Kletterwald oder zu geführten Touren durch die zwei Nationalparks der Insel ein.
Dienstag früh versprach uns der Wetterdienst die erste Möglichkeit für einen Schlagabtausch auf dem Wasser, jedoch erreichten den Wieker Bodden nur böige Westwinde bis maximal 16 Knoten. Das reichte nicht für ein offizielles Rennen, aber für das erste Match im GPS-Contest des „Windsurf Rügen Pokals“. Der Mittelwert aus fünf mal zehn Sekunden zählt und muss von einem der Teilnehmer höher als 28 Knoten liegen, um vergleichbare Speed-Bedingungen zu gewährleisten. Michael Naumann erreichte 29.2 kn auf 5x10sec mit Spitzengeschwindigkeiten von knapp über 58 km/h und machte den Lauf gültig.
Es folgte wieder eine kurze Flautenphase, aber die Vorhersagen gingen zum Ende der Woche steil nach oben bis auf 8 Beaufort aus Ost. Man sah förmlich das Funkeln in den Augen der Teilnehmer beim Blick auf das Noticeboard. Alle waren gespannt auf Rennen mit starkem Wind.


Donnerstagabend setzte der ersehnte Wind endlich ein, jedoch erst kurz vor Sonnenuntergang, so dass keine offiziellen Rennen mehr gestartet werden konnten. Viele Fahrer nutzten die Zeit für freies Fahren zum letzten Feintuning. Freitag früh 7.00 Uhr wehte es bereits mit etwa 25 kn und stark steigender Tendenz!
Das erste Rennen wurde von 9.20 bis 10.50 Uhr auf einem 500 m Kurs gestartet. Der Wind erreichte zwischenzeitlich schon 30 Knoten und mehr, so dass Segelgrößen zwischen 5.5 m2 und 6.8 m2 von den Fahrern verwendet wurden. Bei der Boardwahl kamen kleine Slalomboards mit 90 Litern Volumen und weniger sowie reine Speedboards zum Einsatz. Die Wasseroberfläche glich einer chaotischen Anordnung von Kabbelwellen von 70cm bis 1 Meter Höhe, in denen es nicht einfach war, eine Ideallinie für Spitzengeschwindigkeiten zu finden. Zum Ende des Rennens frischte der Wind weiter auf, bis 38 kn wurden am Strand gemessen.


Es folgte eine Pause von etwa einer Stunde zum Auswerten der GPS-Daten. Michael Naumann gewann das Rennen vor Thorsten Mallon GER-818 und Thomas Malassa GER-169 und baute seine Führung mit 3 Siegen in 3 Rennen der laufenden Tourwertung aus. Dabei wurden Spitzengeschwindigkeiten von knapp 67 km/h und 62,67 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit auf 500 m erreicht. Das folgende Rennen gestaltete sich etwas turbulent. Aufgrund der stark kabbeligen Wasseroberfläche ereignete sich eine Reihe von Stürzen, so dass das Sicherungsboot alle Hände voll zu tun hatte die Teilnehmer zu bergen. Das Rennen wurde auf ein Stunde verkürzt, um die Sicherheit gewährleisten zu können. Gerade zu Beginn waren einige Teilnehmer etwas konservativ gefahren und hatten nun kaum Gelegenheit zum Ende des Rennens noch mal aufzu drehen. Dieses Rennen ging mit 4 Zehntel km/h Vorsprung an den Topverfolger Thorsten Mallon vor Michael Naumann, und auf Platz drei folgte Manfred Merle GER-82. Die Bedingungen blieben weiter konstant stark mit chaotischer Wasseroberfläche, und so wurde das dritte Rennen auf einen in Halbwind liegenden 250 Meter-Kurs verkürzt, um die heftigen Bedingungen für die vielen Teilnehmer etwas zu entschärfen. Die Chance zum Toppen der Highspeeds war damit zu Ende. Das letzte Rennen des Tages ging wieder an Michael Naumann vor Manfred Merle und Thorsten Mallon.

Am Ende des Tages musste Thorsten nach einem harten Sturz mit Fußverletzung die Segel streichen und konnte am Finaltag nicht dabei sein. Schade um ihn, er war bis dato die Saison stark gefahren und auf Vizemeisterkurs. Samstag früh wehte es vorerst flau mit weniger als 15 kn und nahm nur langsam zu. 11.30 Uhr startete Rennen 4 bei 18 bis 20 kn. Zuerst kam das Leichtwind-Speedequipment zum Einsatz, mit Segeln zwischen 9.0 bis 7.5 m2 und Boardgrößen zwischen 90 und 130 Litern. In der zweiten Hälfte des Rennens frischte der Wind weiter auf, so dass auf kleineres Material gewechselt werden konnte. In den letzten 20 Minuten waren sogar mehr als 60 km/h drin. Dieses Rennen ging klar an Michael Naumann gefolgt von Armin Höfer GER-76 und Thomas Malassa.

Zum letzten Rennen erreichte der Wind wieder die 30 kn Marke. Allerdings drehte er in den ersten Minuten etwas, so dass der Kurs relativ halbwindig lag. Die Kombi 6.8 m2 mit 80 Liter Brett und kleiner war angesagt, allerdings ging so manch einem zum Ende des 500 Meter Kurses in Ufernähe der Dampf aus. Wer zwischen den Wellen stark abgefallen war, musste fast am Wind auf die Zieltonne zuhalten. Die cleverste Taktik surfte Thomas Malassa, der am Start etwas am Wind hoch fuhr und sich dann zum Ziel abfallen ließ. Er gewann das Abschlussrennen mit ein paar hundertstel Vorsprung vor Michael Naumann gefolgt von Armin Höfer.
In der Endabrechnung der Saison 2008 gingen 5 Siege und zwei zweite Plätze auf das Konto des Titelverteidigers. Mit zwei Streichern ist die Titelverteidigung eindeutig. Vizemeister wurde Manfred Merle und Armin Höfer komplettierte das Podium. Der „Windsurf Rügen Pokal“ und die „Best Event Speed“ Wertung mit durchschnittlich 66,03 km/h auf 10 Sekunden gingen ebenfalls an Michael Naumann.
Nach einer leicht bis mittelwindigen DM 2007 konnten nach langer Zeit mal wieder Rennen bei Starkwind gestartet werden.

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Top5 der Deutschen Speed Meisterschaft 2008
Männer:
Aufgrund der Datenschutzänderungen können die Rang- und Starterlisten z.Z. nicht veröffentlicht werden.

Frauen:
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